Afrika-Reise 2006
Flugroute der Hinreise
Gesamt-Reiseroute
Donnerstag, 10.08.2006

Madisi - Lilongwe


Heute geht die Reise weiter und wir verlassen Madisi. Hanna und Andi verabschieden sich ein letztes Mal von allen Schulklassen - keine einfache Sache. Wir packen unsere Rucksäcke auf die Schultern und marschieren Richtung Hauptstrasse durchs Dorf. Eine ganze Schar Schulkinder begleitet uns. Hanna und Andi halten noch einmal kurz an, um sich von Mrs. Mwale zu verabschieden, die krankheitsbedingt nicht zur Verabschiedungsfeier kommen konnte. An der Bushaltestelle versucht ein betrunkener Mann uns seine beiden Söhne zu vermitteln, damit wir sie mit nach Deutschland nehmen, wo ja alles besser ist. Wir sehen das allerdings etwas anders. Hoffentlich kommt der Mann nicht auch auf solche Ideen, wenn er nüchtern ist.

Nach einiger Zeit halten zwei halbwegs fahrtüchtige Minibusse. Wir teilen uns auf und los geht es nach Lilongwe. Als wir dort ankommen entscheiden wir uns zunächst für ein Mittagessen im Ali Baba Imbiss. Anschließend gehen wir zur Post. Das Päckchen, das ich von Rendel mitbekommen habe muss nach Karonga zu Schwester Beatrice geschickt werden. Da der Holzmarkt direkt vor der Post ist, bestellen wir erst mal die Schlüsselanhänger, die als Geschenke für die Daheimgebliebenen gedacht sind, bei Charles. Diese wollen wir nach der Safari bei ihm abholen.

Nachdem alles erledigt ist freuen wir uns schon auf unsere Unterkunft und ein leckeres Abendessen in der Korea Garden Lodge. Hier angekommen stellt sich allerdings heraus, dass die telefonische Reservierung bereits für gestern verstanden wurde. Hurra, nun wird es interessant: für heute ist alles ausgebucht. Nun muss erst mal eine neue Unterkunft für sieben Personen gefunden werden. Der Portier telefoniert herum und findet für uns noch ein Platz in der Peacock Lounge, welche etwa hundert Meter die Straße rauf liegt. Also weiter zum neuen Hotel. Die anderen möchten noch mal zum Markt, obwohl es schon bald Abend wird. Ich habe allerdings genug für heute und bleibe mit Andi im Hotel. Aus dem Feierabend-Bier wird leider nichts - hier gibt es keinen Alkohol. Eine Fanta ist dann aber auch o.k....

Als die anderen vom Markt wiederkommen, grinst uns Chris mit einer Riesen-Zahnlücke in den Schneidezähnen an. Zunächst haben wir gedacht, er will uns erschrecken und hätte den Zahn angemalt. Leider ist der Zahn tatsächlich abgebrochen - Schuld daran war eine Zuckerohrstange. Nach einiger Telefoniererei konnten wir aber schon mal einen Termin in der Zahnklinik in Lilongwe am nächsten Dienstag organisieren. Damit kommt unserer Reiseplan ein wenig durcheinander, haben aber einen Tag mehr in der Hauptstadt.



Impressionen auf den Straßen von Malawi
Freitag, 11.08.2006

Lilongwe - South Luangwa National Park


Heute beginnt unsere Safari nach Sambia zum South Luangwa National Park. Daher heißt es früh aufstehen, denn wir müssen noch zum vorab mit den Safari-Leuten abgemachten Hotel laufen, wo wir abgeholt werden. Wir laden dann also unser Gepäck in einen sehr robust aussehenden Toyota Landcruiser und mache uns auf zur sambischen Grenze. Wir reisen zusammen mit zwei Frauen und einem Kind aus Spanien. Noch geht die Fahrt recht zügig voran. Aber Ben, unser Fahrer macht uns schon jetzt darauf aufmerksam, dass die Hälfte der Stecke auf einer Sandpiste zurückgelegt werden muss. Das wird schon nicht so schlimm denken wir uns. Allerdings sollten wir uns da getäuscht haben. Kurz vor der Grenze halten wir noch mal in Mchinji und haben die Möglichkeit noch etwas einzukaufen.

Zunächst erwartet uns ein längerer Stop an der Grenze. Der Grenzbeamte, der unsere Ausreisestempel in den Pass pappen soll, braucht unmöglich lang. Der Grund hierfür wird uns nach einem Blick durch ein Fenster in die Amtsstube klar - die Tageszeitung ist zwischendurch immer wieder interessanter als unsere Pässe. Nach einer Stunde des Wartens dürfen wir endlich weiter. Bei der ersten Pause kurz nach der Grenze betrete ich das dritte Land unserer Reise - Sambia.

In Chipata verlassen wir die Hauptstrasse und fahren Richtung Nationalpark. Kurz hinter dem Ort geht die Teerstrasse in eine Dirtroad über. Zunächst ist es sehr spannend auf so einer Straße unterwegs zu sein, bald aber nerven die Schlaglöcher. Geriete man mit einem normalen PKW in solch ein Schlagloch, wäre das Auto hin. Nachdem wir knapp zwei Stunden durchgeschüttelt worden sind, hält Ben den Wagen an. "Irgendetwas stimmt da hinten nicht" meint er, steigt aus und steht kurze Zeit später ratlos vor dem Reifen hinten links. Vier der fünf Radbolzen sind abgerochen, der letzte ist auch nicht mehr sonderlich fest. Viel hätte nicht gefehlt und wir hätten das Rad verloren.

Wir versuchten den letzten Bolzen ebenfalls zu lösen um provisorisch andere Bolzen einsetzen zu können. Laut Ben wäre so etwas gängige Praxis in einen solchen Fall. Leider mussten wir nach kurzer Zeit aufgeben. Da standen wir nun. Mitten in Sambia auf einer staubigen Sandpiste im Nirgendwo. Nach einiger Zeit sollte aber Rettung kommen, denn ein weiterer Jeep von Land & Lake Safaris war morgens in Lilongwe gestartet und musste uns irgendwann passieren. Uns blieb nur Warten, Handy- oder Funkempfang war hier nicht möglich. Endlich kam der Jeep. Leider war nur noch Platz für zwei Leute im Kofferraum, nachdem wir den beiden Frauen mit Kind den Vortritt gewährten. Andi und Sandra haben sich noch hineingequetscht. Für sie ging die Fahrt dann schon weiter. Unsere Alternative war, dass uns jemand fremdes mitnahm, oder bis spät abends zu warten, bis der andere Jeep zurückkommen würde.

Wir hatten allerdings Glück und kurze Zeit später kündigte eine Staubwolke ein weiteres Fahrzeug an. Es waren Leute von der Kafunta Lodge, welche sich unweit von unserem Ziel befindet. Das Angebot uns bis nach Mfuwe mitzunehmen nehmen wir dankbar an. Ben bleibt beim Wagen und wartet bis abends auf die Leute von unserer Lodge. Das Gepäck muss leider auch da bleiben, da sonst nicht genug Platz im Wagen ist. Weiter geht die Fahrt in halsbrecherischem Tempo. Unser Fahrer, Ron, der Gründer und Chef der Kafunta Lodge ist mit zwei seiner Mitarbeiter schon seit heute morgen unterwegs. Sie wollten im Hafen von Beira in Mosambik zwei neue Geländewagen abholen. Diese waren aber nicht angekommen, so mussten sie unverrichteter Dinge wieder abfahren. Knapp 1600 km quer durch Afrika für nichts!

Ron hatte etwas von Crocodile Dundee - und tatsächlich, seinem Dialekt nach hatte ich mir schon gedacht, dass er Australier ist. Am frühen Abend erreichen wir dann Mfuwe, ein Dorf unweit unserer Lodge und treffen durch Zufall auf Mitarbeiter von dort, die uns direkt weiter mitnehmen können. Trotz Unglück läuft die Reise doch recht Reibungslos. Wir können dann noch bei Kaffe und Kuchen einen wunderbaren Ausblick auf Hippos im Luangwa River genießen. Nach dem Abendessen fallen wir alle sehr müde in unseren kleinen Häuschen ins Bett.



Allerdings werde ich mitten in der Nacht durch lautes Trompeten geweckt. Klar, Elefanten - wir sind schließlich in einem Nationalpark denke ich und lege mich wieder hin. Kurze Zeit später höre ich Bäume rascheln und Äste knacken. Langsam wird es mir unheimlich und ich gehe ans Fenster. Mir bleibt fast das Herz stehen: keine zwei Meter vor mir steht ein riesiger Elefant und verspeist das kleine Bäumchen vor unserer Hütte. Was für ein Erlebnis! Dabei fängt die Safari doch erst morgen früh an.



Tabaklaster Dirt-Road Rundhütten Radbruch im Nirgendwo
Samstag, 12.08.2006

Safari

Der Tag beginnt um fünf Uhr morgens. Es ist noch dunkel. Nach dem Frühstück startet um sechs Uhr die Frühtour der Safari. Wir sind alle sehr gespannt. Gefahren wird mit offenen Pick-Ups. Unser Fahrer heißt Fred und ist seit 20 Jahren Safari Guide. Durch seine langjährige Erfahrung und die guten Erklärungen wir die Fahrt ein Erlebnis. Bis auf Löwen haben wir alle großen hier lebenden Tiere gesehen. Auch die Landschaft im Nationalpark ist atemberaubend.

Gegen Mittag kehren wir zur Lodge zurück. Die Hitze wird drückend, daher verstecken sich die Tiere und die Safari wird erst nachmittags forgesetzt. Nach dem Brunch können wir entspannen. Nach dem Tee brechen wir gegen 16 Uhr zur Abend-Safari auf.

Heute Abend haben wir zwei Löwenweibchen mit ihrem Fang gesehen. Dann genießen wir den Sonnenuntergang am Luangwa River. So nah am Äquator ist die Dämmerung sehr kurz, daher ist es in knapp einer halben Stunde stockfinster. Mit einem Scheinwerfer spüren wir die nachtaktiven Tiere auf. Dann geht es zurück zur Lodge, wo uns gegen 20 Uhr ein leckeres Abendessen erwartet.

Mir geht es nicht so gut und ich stelle leichtes Fieber fest. Ein Glück, Malaria kann es nicht sein, dafür reichte die Zeit nicht. Ich vermute, die Flugzeugklimaanlagen und die Kälte nachts in Madisi haben mich geschafft. Außerdem sitzt die Nase zu und ich habe Husten. Na super, dass ausgerechnet auf Safari.



Riesen Baobab Zebras Giraffen Elefanten haben Vorfahrt
Sonntag, 13.08.2006

Safari

Heute morgen wache ich nach einer unruhigen Nacht mit 38° Fieber und Kopfschmerzen auf und bleibe besser im Bett. Das Geschaukel auf dem Jeep würde mich sonst komplett aus der Bahn werfen. Somit fällt die Frühsafari für mich aus. Nachmittags wird es langsam besser, auf der Abend-Safari bin ich wieder dabei. Aspirin sei Dank.

Das Beeindruckenste Erlebnis waren zwei Löwen, die kein fünf Meter vor unserem Auto ganz seelenruhig und majestätisch auf der Straße liefen. Außerdem konnte wir noch zwei Löwenweibchen beobachten, die im Begriff waren ein Kudu zu jagen.



Büffel Löwin Hippos Terasse unserer Lodge
Montag, 14.08.2006

South Luangwa National Park - Lilongwe


Leider ist die Safari heute schon vorbei und wir treten die Rückreise nach Lilongwe an. Diese verläuft im Gegensatz zur Hinfahrt ohne Zwischenfälle - selbst an der Grenze geht die Wiedereinreise nach Malawi schnell vonstatten. Wir müssen nur eine ordentliche Schlange am Schalter des Grenzers machen, sonst wird er sauer und macht nicht weiter.

Übernachten wollen wir im Kiboko Camp. Hier gibt es sehr gutes Abendessen und nach einem Bier sind wir froh im Bett zu liegen. Da mein Husten schlimmer geworden ist, haben alle anderen leider keine ruhige Nacht. Dafür ist mein Fieber weg.



Fahrrad-Taxi Tankstelle Ein Snack vielleicht? ...einer passt noch rein!
Dienstag, 15.08.2006

Lilongwe

Heute haben wir noch einen Extra-Tag in Lilongwe. Andi ist mit Chris zum Zahnarzt, um den Abgebrochenen Zahn flicken zu lassen.

Wir anderen nutzen die Zeit und schlendern noch mal über den Holzmarkt, den Stoffmarkt und den Gemüsemarkt. Das sind schon besondere Eindrücke. Alles besteht aus winzigen Buden, die dicht aneinander gebaut sind. Bei vielen Händlern kann man ausschließlich nur Billigartikel aus Fernost kaufen.

Der Gemüsemarkt bietet ein ganz anderes Bild als bei uns: alles Gemüse ist sorgfältig zu kleinen Türmchen aufgestapelt. Bei uns wird es nur lose hingekippt. Das vermittelt den Eindruck, dass Lebensmittel hier auf jeden Fall eine ganz anderen Stellenwert haben.

Nachmittags treffen wir Andi und Chris - der Zahn ist wieder heil. So kaufen wir noch ein paar Dinge für die Weiterreise morgen. Wir gehen noch mal zum Holzmarkt und holen unsere Bestellten Schlüsselanhänger ab.

Abends genießen wir noch mal das gute Essen im Kiboko Camp.



Impressionen vom Markt in Lilongwe
Mittwoch, 16.08.2006

Lilongwe - Senga Bay


Heute geht die Reise weiter. Wir wollen zum Malawisee. Daher begeben wir uns zum Busbahnhof von Lilongwe und entscheiden uns für den großen Shire-Bus, von dem wir uns eine entspanntere Reise als im Minibus versprechen. Doch auch hier sollten wir uns wieder täuschen.

Nachdem wir den Fahrpreis bezahlt haben und sogar Sitzplätze haben freuen wir uns, dass es weitergeht. Leider währt die Freude nur bis kurz hinter dem Ortsschild der Hauptstadt. Der Motor vom Bus streikt. Alles aussteigen, Endstation. Wenn wir Glück haben, kommt in zwei Stunden der nächste Bus. Wenn wir sogar ganz viel Glück haben, ist sogar noch Platz für uns. Aber da machen wir uns keine Sorgen. In Malawi ist erst kein Platz mehr im Bus, wenn die Tür nicht mehr zu geht... Wir überbrücken die Wartezeit in der prallen Sonne mit Kartenspielen und Lesen. Dann kommt irgendwann der zweite Bus Richtung Salima. Einige Fahrgäste haben bereits andere Transportmöglichkeiten genutzt. Da wir aber mit sieben Leuten zusammenbleiben wollten, wollten wir uns nicht wieder auf verschiedene Minibusse aufteilen.

Wie erwartet ist der Bus bereits pickepacke voll. Dennoch quetschen wir uns samt Gepäck in den Mittelgang. Ich hänge mal halb über der Motorabdeckung, mal mit der Nase vor der Windschutzscheibe und kann den Fahrer bewundern, der mit aller Kraft das Lenkrad bedient, um den fahrenden Schrotthaufen auf der Straße zu halten. Wie schnell wir den einen Hügel runterschießen oder uns den nächsten hochquälen kann ich nicht sage - dort wo eigentlich der Tacho sitzt, gähnt ein Loch im Armaturenbrett. Nach vier Stunden Fahrt haben wir die 80 Kilometer bis Salima bewältigt.

Hier müssen wir uns den nächsten Transport organisieren. Das ist eigentlich kein Problem, denn eine Truppe Weißer fällt natürlich auf und verspricht einen guten Verdienst. Wir verhandeln den Fahrpreis mit ein paar Jungs, die einen für die Verhältnisse gut aussehenden Pick-Up fahren. Nachdem wir uns einig sind, fahren wir nach Senga Bay zum Malawisee. Unser Ziel ist das Carolina Lakeside Resort. Andi und Hanna waren dort schon einmal und waren recht zufrieden.

Hier angekommen erwartete uns ein wunderschöner Blick auf den See. Um uns nach der Reise hierher erst mal abzukühlen gingen wir eine Runde schwimmen. Da weit und breit kein Schilfbewuchs zu sehen war, haben wir die Gefahr eine Bilharziose-Infektion als sehr gering eingeschätzt. Vor dem Abendessen machen wir noch einen Spaziergang zur nahe gelegenen Krokodilfarm. Hier werden tatsächlich Handtaschen und Schuhe gezüchtet. Dieser Umstand ist weltweit der merkwürdigen Gesetzgebung zu verdanken. In dem einen Land dürfen die Tiere gezüchtet und geschlachtet werden, in dem anderen Land jedoch nicht - dafür darf hier die Haut importiert werden...

Abends genießen wir unser Essen auf der Terrasse. Anschließend läuft im Fernsehen das Freundschaftsspiel Deutschland - Schweden. Das Sommermärchen geht weiter, Deutschland gewinnt 3:0. Fußball ist übrigens ein ganz großes Thema in Afrika. Immer wenn wir mit Menschen in Kontakt kamen und sagten, dass wir aus Deutschland kommen, war die WM sofort Thema. Viele kannten sogar unsere Spieler mit Namen - ich war sehr erstaunt.



Carolina Beach Resort Kroko-Farm Terasse Sonnenaufgang
Donnerstag, 17.08.2006

Senga Bay - Mua


Morgens gibt es erst mal Frühstück auf der Strandterrasse. Heute wollen wir die nahegelegene Mua-Mission besuchen. Na ja, was man so unter nahegelegen versteht. Es ist immerhin wieder eine Strecke von knapp 80km mit dem Minibus zu bewältigen.

Der Minibus hält irgendwo auf der Landstraße an. "Diese Straße dort führt zur Mission herauf" sagt uns der Minibusfahrer und lässt uns aussteigen. Wir wandern eine staubige Straße entlang, die stetig ansteigt, vorbei an der ein paar Hütten und sehen bald ein Hinweisschild auf ein Hospital und die Missionsstation. Wir erreichen die Station kurz vor Mittag und fragen, ob noch eine Führung durch das bekannte Museum möglich ist. Kein Problem, meint der Mitarbeiter dort. Er habe zwar gleich Pause, aber das ginge wohl noch. Da er es wohl doch etwas eher seine Pause antreten wollte, ging die Führung sehr fix - schade. Dennoch haben wir eine Menge interessanter Dinge über die Bräuche und Geschichte der verschiedenen Stämme in Malawi erfahren.

Nach der Führung sehen wir uns noch die dort gefertigten Holzschnitzarbeiten und andere Kunstwerke an. Am frühen Nachmittag machen wir uns wieder auf den Rückweg. An der Hauptstraße angekommen fährt uns gerade der große Linienbus nach Salima vor de Nase weg. Das wir den erwischt hätten wäre eh Zufall gewesen. Kurze Zeit später haben wir einen anderen Transport: auf der Ladefläche eines LKW. Auch diese Fahrt wir unfreiwillig unterbrochen - der Kühler kocht über. Wir machen einen Stop, es muss Wasser organisiert werden. Bald darauf kommen wir in einem Vorort von Salima an und müssen noch einmal umsteigen um mit einem anderen Laster zum Marktplatz zu kommen.

Hier werden wir sofort von irgendwelchen Schleppern genervt, die uns mal wieder den günstigsten Transport nach Senga Bay verschaffen können. Wir flüchten uns daher erst mal auf den Markt um Ruhe zu bekommen. Dann geht es doch weiter auf einem völlig überfüllten Pick-Up zum Holzmarkt, kurz vor Senga Bay. Hier gibt es jede Menge Buden mit Schnitzarbeiten. Wir suchen noch einen Bilderrahmen, den uns natürlich jeder Händler zum besten Preis verkaufen möchte. Irgendwann werden wir fündig. Nun wird es aber auch Zeit. Wir wollen vor Sonnenuntergang wieder am See sein. Leider kommt kein Auto mehr vorbei, dass uns mitnehmen kann. Also gehen wir zu Fuß, bis wir an einen Fahrradtaxi-Stand kommen. Der Fahrpreis ist schnell ausgehandelt. Wir verstehen 100 Kwacha. Ab geht die Post! Unsere Fahrer machen ein Wettrennen den Berg hinunter - hoffentlich kommt kein Schlagloch. Mein Adrenalinspiegel steigt gefährlich an...

Da der Weg doch noch weiter war als angenommen, kommen wir kurz nach Einbruch der Dunkelheit an. Da es hier natürlich nirgends Straßenbeleuchtung gibt, waren wir doch recht froh wieder im Hotel zu sein.



Impressionen von der Mua-Mission
Freitag, 18.08.2006

Senga Bay - Nkhata Bay


Heute geht unsere Reise weiter nach Norden mit Ziel Nkhata Bay. Eine Etappe von etwa 250 km. Wir verabschieden uns in Salima von Sandra und Karin. Sie fahren zurück nach Madisi. Am Busbahnhof erwischen wir einen Super Minibus und kommen gegen 10:00 Uhr morgens los. Die Fahrt dauert mal wieder ewig, da an jedem Bastkörbchen am Straßenrand angehalten wird. Doch es wird nie langweilig auf der Fahrt; ich genieße die vorbeiziehende Landschaft, die immer grüner wird, je weiter wir nach Norden kommen.

Da der Minibus das Transportmittel für alles und jeden ist, müssen wir uns auch damit abfinden, dass ein Fischer seinen Fang (dem Geruch und der Menge der Fliegen nach der von letzter Woche) im Bus transportiert. Glücklicherweise fährt er nur ein paar Kilometer mit. An den Haltestellen der kleinen Ortschaften versuchen Händler Getränke, gegrillte Maiskolben und andere Kuriositäten wie gebratene Spatzen an die Insassen zu verkaufen. Mais ist lecker, aber die Spatzen lehnen wir dankend ab.

Nachmittags kommen wir um 16:00 in Nkhata Bay an. Alle anderen Fahrgäste sind bereits ausgestiegen, als zwei Typen in den Bus springen und erklären, dass wir bereits in der Nyaja Lodge erwartet werden und dass sie uns kostenlos hinbringen. Das ist mal ein Service. Die Lodge war bis hierher die letzte im Vorfeld reservierte Unterkunft. Kaum angekommen, verstauen wir unser Gepäck im Schlafraum. Der Weg dorthin führt über einen schmalen Pfad über kleine Stiegen und Leitern den Berg hinab. Der Schlafsaal ist eine kleine Bambushütte und liegt direkt über dem Wasser - traumhaft!

Dann treffen wir uns auf der Terrasse und genießen nach der langen Busfahrt unser wohlverdientes Kuche - Kuche bei wunderschönem Ausblick auf den Malawisee. Ein schönes Fleckchen Erde ist das hier. Das Abendessen besteht aus fangfrischem Chambo-Filet mit Reis. Wir lassen den Abend auf der Terrasse bei einigen Cocktails ausklingen und schlafen dann bei Meeresrauschen in unserer Bambushütte ein.



Nkhata Bay Lodges Sonnenaufgang Terasse
Samstag, 19.08.2006

Nkhata Bay - Karonga


Ich stehe heute ganz früh auf, um den Sonnenaufgang über dem See zu sehen. Ein schönes Erlebnis.

Genauso schnell wie die Sonne untergeht, ist sie auch wieder da - beim Frühstück ist es schon wieder sehr warm. Wir wären gerne noch etwas geblieben, aber wir müssen weiter. Die Nyaja Lodge ist nur zu empfehlen.

Wir haben schon wieder unsere Rucksäcke gepackt und sitzen im Minibus nach Mzuzu. Von dort wollen wir weiter nach Karonga. Am Busbahnhof von Mzuzu bekommen wir Plätze in einem geräumigen Bus. Es gibt mal wieder Stress mit dem Gepäck. Der Schaffner will Extrabezahlung für die Rucksäcke. Nach einigem Hin- und her dürfen wir unsere Sachen aber doch umsonst mitnehmen. Wir erreichen Karonga am frühen Nachmittag nahezu ohne Zwischenstopps. Da wir nicht so recht wissen, wo wir unterkommen sollen, haben wir unterwegs unseren Reiseführer befragt und uns nach der Beschreibung für den Club Marina entschieden. Wir heuern ein Taxi an und fahren auf gut Glück hin. Es ist noch was frei und der Laden macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck.

Wir haben heute sogar noch etwas Zeit, zum Strand zu gehen und ins Wasser zu springen. Der See wird hier schonrecht schmal, man kann schon das andere Ufer sehen: Tansania, unser morgiges Ziel.

Die Abkühlung im See tut nach fünf Stunden Busfahrt gut. Wir sind aber nicht allein am Strand und so werden wir nach kurzer Zeit von fast 25 Kindern und Jugenlichen umringt und wir beantworten geduldig Fragen rund um Deutschland. Jemand hat einen Fotoapparat mit und es werden Fotos mit uns gemacht.

Es ist dann zwar nichts aus einem entspannten Strandtag geworden, aber die Kinder haben echtes Interesse gezeigt - hier wollte niemand mit uns Geschäfte machen. Das Abendessen nehmen wir in dem Restaurant (eher eine Kantine) vom Club Marina ein. Es macht aber nicht den Besten Eindruck - aber sonst haben wir keine Alternative. Hier treffen wir noch zwei Deutsche. Sie erzählen, dass sie eine fürchterliche Unterkunft unweit von hier erwischt haben. Der Laden wäre unsere zweite Wahl gewesen. Da haben wir noch mal Glück gehabt. Weniger Glück hatten Chris und Kerstin - die Spaghetti Bolognaise war wohl nicht gut. Sie haben die ganze Nacht auf der Toilette verbracht.



Ein alter Freund Immer wieder Baobabs Verkaufsstand Karonga
Sonntag, 20.08.2006

Karonga - Mbeya


Nachdem die beiden Pechvögel wieder einigermaßen auf dem Damm und transportfähig sind, packen wir die Sachen in ein Taxi und fahren zur Grenze von Tansania. Mit dem Taxi sind die knapp 50km recht komfortabel zurückgelegt und der Preis ist auch fair. Die Ausreise aus Malawi ist problemlos. Andi und Hanna verabschieden sich von dem Land, indem sie ein Jahr leben durften.

Zur Grenzstation von Tansania muss man noch etwas einen Kilometer zu Fuß zurücklegen und den Songwe River überqueren. "Karibu", Willkommen in Tansania. Hier lauern auch schon geschäftstüchtige Geldwechsler. Da dies allerdings illegal ist und schneller als mal denkt zu Problemen mit den Behörden führen kann, haben wir bereits auf malawischer Seite getauscht.

Das tansanische Zollgebäude ist ein recht moderner Prunkbau mit Glasfront. Hoffentlich klappt das mit dem Einreisevisa. Kein Problem heißt es, für 50 US$ bekommen wir ein 3 Monats -Visum in den Pass gestempelt. Der letzte Teil der Reise kann beginnen. Als wir alle ein Visum gekauft haben, wird uns bewusst, dass dies vielleicht ein Grund dafür ist, weshalb die Grenzer auf dieser Seite in einem neuen Glasbau mit Klimaanlage sitzen und die malawische Kollegen in einem kleinen Ziegelbau mit Deckenventilator...

Unser nächstes Problem ist nun einen Transport nach Mbeya zu bekommen. Von wollen wir mit dem Zug oder Bus nach Dar Es Salaam. Wie es der Zufall will, sehen wir einen Malawier am Schalter, der als Zielort ebenfalls Dar Es Salaam angibt. Außerdem fährt der Mann einen Super Pick-Up. Wir drucksen ein wenig herum, bis Hanna sich traut ihn anzusprechen, ob er bereit wäre uns mit zu nehmen. Der Mann ist freundlich und tatsächlich geht der Transport klar. Ein Problem ist, dass der Wagen nur für drei Personen zugelassen ist. In Tansania wird so etwas streng kontrolliert. Da wir aber nun insgesamt sieben Personen sind, die mitfahren, stellt uns ein zufällig in der Nähe stehender Verkehrspolizist ein Schreiben aus, welches uns berechtigt, mit mehr Personen auf dem Pick-Up mit zufahren als eigentlich erlaubt wären. So einfach ist das in Afrika! Außerdem war das keine schlechte Idee, wie sich noch herausstellen sollte.

Los geht die Fahrt. Wir diskutieren, ob wir die ganze Strecke mit dem Pick-Up nach Dar fahren sollen, oder ab Mbeya mit dem Skandinavia-Bus weiterfahren. Unsere Diskussion wird durch einen Stop an einer Straßenkontrolle der Polizei unerbrochen. Ein wichtig aussehender Beamter prüft die Papiere und stellt natürlich fest, dass zu viele Leute mitfahren. Jetzt kommt unser Freifahrtschein vom Grenzpolizisten ins Spiel. Da dieser auf Kisuaheli verfasst ist, konnten wir nicht prüfen, was dort steht. Scheinbar ist immer noch eine Person zu viel auf dem Wagen. Wir hatten nämlich noch einen Tansanier an einer Tankstelle eingesammelt, der mit uns hinten auf der Ladefläche mitfährt. Wir können der Diskussion zwar nicht ganz folgen, aber es geht schon weiter. Der Beifahrer vorn im Führehaus bedeutet uns, ihm das Schreiben zu geben. Kurzerhand ergänzt er eine weitere Person. Ab der nächsten Kontrolle gibt es dann auch kein Problem mehr, und Straßenkontrollen gibt es viele in Tansania sollten wir noch feststellen. Nachdem wir nun schon eine Stunde bei sengender Hitze und Fahrtwind auf der schaukelnden und ungepolsterten Ladefläche unterwegs sind steht unser Entschluss fest. Wir nehmen den Bus. Weitere zehn Stunden hier hinten drauf ist uns nicht ganz geheuer.

Tansania zeigt sich hier sehr grün und hügelig. In diesem Landesteil wechseln sich Tee, Bananen, Kaffee und immer wieder Bananen ab.

Nach anderthalb Stunden Fahrt kommen wir in Mbeya an. Zumindest an der großen Kreuzung, wo die Straße nach Dar Es Salaam abzweigt. Wir steigen aus und stehen nun etwas ratlos auf der Kreuzung. Bezahlung wollte unser Fahrer nicht, er düst schon weiter. Aus irgendeinem Grund weis schon jemand, dass wir nach Dar wollen und schon kann uns jeder den besten Trip verkaufen. Ich habe schon jetzt den Eindruck, dass das Reisen in Malawi entspannter war. Ein Typ erzählt uns, dass eine Schulklasse den Bus morgen früh schon komplett gemietet hätte und wir keinen Platz mehr bekämen. Doch sein Unternehmen hätte noch Plätze frei. Wir gehen zunächst mit zu seinem "Reisebüro". Eine kleine Backsteinhütte mit einem Schreibtisch einem Notizblock. Ein paar Fotos von Reisebussen kleben an der Wand. Wir sind erst einmal froh von den anderen Dränglern weg zukommen. Als er uns auch noch irgendeine Unterkunft aufschwatzen möchte, sagen wir dass wir bereits im Karibuni Center eine Unterkunft reserviert hätten. Das war zwar nicht der Fall, aber laut Aussage der beiden Deutschen, die wir gestern in Karonga getroffen haben, die einzig empfehlenswerte Unterkunft in Mbeya sei. Immerhin organisiert uns der "Reiseleiter" einen Minibus, mit dem es zum Karibuni Center geht. Wahrscheinlich ist er immer noch der Meinung, dass wir bei seinem dubiosen Unternehmen irgendwelche Bustickets kaufen. Wir haben seine Masche aber bereits durchschaut. Glücklicherweise ist auch noch ein Schlafsaal frei und wir können sogar den Busreiseverkäufer abwimmeln. Das läuft doch wie geschmiert im Moment. Es ist schön und ruhig hier, wir haben ein gutes sauberes Zimmer mit frischer Bettwäsche und eigenem Bad mit Dusche.

Chris geht es immer noch nicht ganz so gut. Er legt sich ins Bett, während wir anderen zum Busterminal fahren. Leider werden wir mit dem Fahrpreis voll übers Ohr gehauen. Wir haben den einfachen Rat nicht befolgt, niemals in einen leeren Minibus einzusteigen. Außerdem kommen wir noch nicht so recht mit der neuen Währung zurecht . Wir hatte uns schon an Malawi-Kwacha gewöhnt und hatten die Umrechnung in Euro im Kopf. Ab jetzt wird alles in tansanischen Schilling gerechnet. Wir sind rechtzeitig im Skandinavia Büro und tragen uns in die Liste ein, bekommen unsere Tickets und können sicher sein, morgen nach Dar Es Salaam zu kommen. Von wegen Schulklasse... Wir entspannen uns nach dem Ticketkauf bei einer Fanta und gehen dann noch mal auf den Markt um etwas für das Abendessen und die bevorstehende Busfahrt zu kaufen, den Sonntags hat die Küche im Karibuni Center geschlossen.

Das nächste Problem ist, dass die Handykarte aus Malawi hier nicht mehr funktioniert. Wir versuchen, eine tansanische zu bekommen. Aber Sonntags hat auch hier kein Laden offen. Zurück fahren wir mit dem Taxi, da uns die Minibusfahrer in Mbeya nicht mehr geheuer sind. Wir machen mit dem Taxifahrer auch gleich den Transpor zum Busterminal morgen früh klar.

Nachdem alles geregelt ist, gibt es noch etwas Brot mit Gemüse zum Abendessen und dann ab ins Bett. Morgen erwartet uns eine Busfahrt quer durch den Kontinent zum indischen Ozean.



Bananenplantage Reisebus Phone-Shop Grenze Malawi-Tansania
Montag, 21.08.2006

Mbeya - Dar Es Salaam


Das am Vortag bestellte Taxi kommt etwa eine Dreiviertelstunde zu früh. Wir brechen Hals über Kopf ohne Frühstück zum Busbahnhof auf.

Kaum sind wir ausgestiegen und haben unser Gepäck zum Skandinavia Büro geschleppt, wo wir auf einer Bank auf den Bus warten können. Obwohl es noch stockfinster ist, herrscht schon reger Betrieb auf der Busbahnhof. Das Büro ist noch geschlossen und wird erst in einer halben Stunde öffnen. Plötzlich steht ein Typ vor uns und fragt, ob wir mit dem Bus nach Dar Es Salaam fahren. Er hält eine Kladde mit einem schmierigen Check-In Zettel unserer Busgesellschaft in der Hand und verlangt eine unverschämt hohe Zusatzgebühr für unser Gepäck, die angeblich vergessen wurde zu kassieren. Der alte, verknittertet Zettel macht mich misstrauisch. Als ich ihn frage, ob ich mal einen Blick auf seine Passagierliste werfen dürfte, ob das überhaupt unsere Fahrt ist. Nein das ginge nicht, außerdem müsste er noch mal eben zum Bus. Er verschwindet und ward nicht mehr gesehen. Ich habe mir doch gleich gedacht dass da wieder was faul ist. Langsam gehen mir die Gauner in Mbeya auf den Keks.

Endlich ist der Bus da und ein Mitarbeiter führt uns hin und lädt das Gepäck ein. Man sollte schon versuchen, das Gepäck im Auge zu behalten und merken in welcher Klappe es lagert. Langsam geht die Sonne auf und pünktlich um 7:00 Uhr geht die Fahrt los. In Tansania dürfen Überlandbusse aus Sicherheitsgründen nur bei Tageslicht fahren, daher geht es bei solch langen Touren auch sehr früh los. Nun stehen uns zehn Stunden Busfahren bevor. Diesmal haben wir jedoch reservierte Sitzplätze und relativ bequeme Sitze. Die ersten Kilometer führen uns durch die karge Berglandschaft um Mbeya, weiter durch trockene Steppe, dann wieder durch grüne fruchtbare Ebenen. Wir saugen alle Eindrücke auf dieser Fahrt auf, es wird nicht langweilig. Immer wieder sehen wir die parallel zur Straße verlaufende Trasse der TAZARA- Bahnline. Gerne wären wir mit dem Zug gefahren, was ein noch größeres Erlebnis sein soll. Leider fährt der Zug nicht jeden Tag.

Ein besonderes Highlight erwartet uns im letzten Drittel der Tour. Die Straße führt direkt durch den Mukumi Nationalpark. Hier sehen wir direkt neben der Straße noch einmal Giraffen, Elefanten und Zebras. Hier möchte ich allerdings nach Einbruch der Dunkelheit nicht mit meinem Auto liegen bleiben... Langsam merkt man, dass man Richtung Ozean kommt. Die Fahrt führt an Palmenwäldern und Ananasplantagen vorbei.

Um 18:00 erreichen das Busterminal in Dar Es Salaam, nachdem wir uns durch total verstopfte Vorstädte quälen mussten. Hier nehmen wir ein Taxi, welches uns zum Jambo Inn bringt. Wir versuchen unser Glück - und tatsächlich ist noch ein Zimmer frei. Wir müssen es uns zwar zu fünft teilen, aber es ist ja nur eine Nacht. Morgen Abend werden wir bereits im Paradies übernachten. Der Hotelchef bietet uns an, gleich Fährtickets für die Überfahrt nach Sansibar zu organisieren. Er kann nur nicht versprechen, um welche Uhrzeit noch Plätze frei sind. Das Abendessen hier ist gut, reichlich und günstig. Eine geeignete Backpacker- unterkunft. Nach dem Essen checke ich noch emails im Internetcafe nebenan, dann geht es ins Bett. Morgen wird wieder ein langer Tag.



Mbeya Bus-Terminal TÜV-was ist das? Bioladen Dar Es Salaam
Dienstag, 22.08.2006

Dar Es Salaam - Sansibar


Der Wecker geht um 5:30 Uhr, da wir hoffen, dass der Hotelchef noch Tickets für die Frühfähre um 7:00 Uhr bekommen hat. Wir kommen noch nicht so recht aus den Schlafsäcken, als der Muezzin von der Moschee gegenüber daran erinnert, dass wir fern der Heimat sind...

Als wir an der Rezeption nachfragen, wie es mit unseren Tickets aussieht, erfahren wir, dass wir erst auf der 12:30 Uhr - Fähre mitfahren werden. Es bleibt also noch genügend Zeit für ein entspanntes Frühstück. Dann bringt uns das Hoteltaxi zum Hafen. Hier herrscht Hochbetrieb und so heißt es warten, warten und Schlange stehen. Als erstes wird eine "Sicherheitskontrolle" durchgeführt. Diese war aber so oberflächlich, dass es mehr als eine Beschäftigungstherapie aussah. Als ich die Frage nach Waffen in meinem Rucksack verneine, ist das soweit in Ordnung und der Nächste ist dran.

Die Fähre legt pünktlich ab. Diesmal sind wir nicht mehr die einzigen weißen Touris unterwegs. Da auf Sansibar, aus welchem Grund auch immer, viele Hotels in italienischer Hand sind, sind auch viele Italiener dabei.

Wir lassen den Hafen von Dar Es Salaam hinter uns und nehmen Kurs auf Sansibar. Vorbei an kleineren vorgelagerten Inseln mit Palmen und weißem Strand sind wir gespannt, was uns Sansibar bieten wird. Nach drei Stunden Fahrt, die ohne großartiges Schaukeln verläuft erreichen wir den Hafen von Stonetown. Kurz nachdem das Schiff festgemacht hat, stürmen die ersten Touts auf das Schiff und wollen uns den günstigsten Transport vermitteln. Unser Ziel heißt Paje im Südwesten der Insel. Ersteinmal geht es zum Immigration Office, um uns den Einreisestempel für Sansibar in den Pass stempeln zu lassen. So langsam haben sich eine Menge Stempel angesammelt.

Kerstin kommt zufällig mit einem jungen Rastafari ins Gespräch - auf deutsch! Eddie hat einige Jahre Medizin in Leipzig studiert und ist momentan als AIDS - Botschafter auf der Insel unterwegs. Er bietet an, uns nach Paje mit zunehmen. Er wohnt bei seinem Onkel, der ein Hotel in Bweju hat - einem Nachbarort von Paje. Kurze Zeit später sitzen wir mehr oder weniger gestapelt in seinem kleinen Suzuki Offroader und fahren durch Palmenwälder Richtung Ostküste.

Als wir am Hotel ankommen, erwartet uns eine Traumkulisse wie auf einer Postkarte: Strahlend weißer Sandstrand, Palmen und türkisblaues Wasser. Ich bin sprachlos - wunderschön. Nachdem wir unsere Palmenhütten direkt am Strand bezogen haben, kühlen wir uns im indischen Ozean ab. Wir werden eine Woche hier im Kinazi Upepo leben. "Wind, der durch den kleinen Kokosnussbaum streicht" heißt es übersetzt. Abends treffen wir mit Eddie in Bweju und trinken ein paar Bier am Lagerfeuer am Strand. Abend wird es durch den aufkommenden Wind etwas frischer.



Beach-Bandas Dar Es Salaam Unsere Hütte... ... mit Blick auf den indischen Ozean
Mittwoch, 23.08.2006

Paje auf Sansibar

Heute nehmen wir uns vor, mal einfach nichts zu tun und das Paradies hier zu genießen. Das ist herrlich, zumal wir die letzten anderthalb Wochen fast jeden Tag auf Achse waren.

Frühstück auf der Restaurant-Terrasse mit Blick auf den Ozean, Cocktails am Strand und Korallensand zwischen den Zehen. Obwohl Hotel an Hotel grenzt, sind diese jedoch unscheinbar gebaut und liegen im angrenzenden Palmenwald. Viele Menschen sieht man nicht. Es ist sehr entspannt hier.

Bei Ebbe laufen wir Richtung Riff und beobachten die einheimischen Frauen beim Anpflanzen und Ernten von Seegras, welches in der Lagune in großen Mengen für den Export angebaut wird. In Japan wir es zum Beispiel für Sushi vberwendet. Diese Arbeiten können nur bei Ebbe durchgeführt werden. Das Laufen wird allerdings an einigen Stellen zum Spießrutenlauf, da unter Wasser jede Menge Seeigel lauern. Diese kann man jedoch gut erkennen, da das Wasser glasklar ist. Abends sind wir bei Eddie eingeladen, um ein typischsansibarisches Gericht zu probieren: grüne Bananen in Kokos-Sauce mit Fisch.

CIT Aus irgendeinem Grund vertrage ich die Bananen nicht und bekomme fürchterliche Bauchschmerzen. In der Nacht werde ich die Bananen auch wieder los - auf dem gleichen Weg, wie sie reingekommen sind.



Ebbe Kokosnuss Strandliege Fischerboot
Donnerstag, 24.08.2006

Paje auf Sansibar

Nachdem ich heute meinen Verdauungstrakt mit Medikamenten in künstliches Koma versetzt habe, vereinbaren wir einen Schnorchelausflug zum Riff. Zwei Bootsführer nehmen uns mit ihrem Ausleger-Einbaum mit und wir stechen in See. Im wahrsten Sinne des Wortes: In der Lagune werden diese Boote bei Ebbe (welche gerade herrscht) mit langen Stangen bewegt. Vor dem Riff erwartet uns eine wunderbare Unterwasserwelt mit Korallen, Anemonen, bunten Fischen und glasklarem Wasser.



Impressionen von einer Schnorcheltour am Riff
Freitag, 25.08.2006

Paje auf Sansibar

Hanna und Andi reisen heute nach Stonetown ab, werden dann morgen noch eine Nacht in Dar Es Salaam verbringen und dann den Rückflug antreten. Kerstin, Christoph und ich beschließen, den Aufenthalt im Paradies zu verlängern - wir tauschen gerne die ursprünglich geplanten Tage in Dar Es Salaam zu Gunsten von Sansibar. Wir genießen weiterhin das entspannte Nichtstun, sind aber dennoch recht k.o. und fallen früh ins Bett.



Beach-Bandas Restaurant-Terasse Palmen... ...soweit das Auge reicht
Samstag, 26.08.2006

Paje auf Sansibar

Ich bin heute bereits vor Sonnenaufgang wach und mache ein paar Fotos am Strand vom Sonnenaufgang über dem weiten Horizont des Indischen Ozeans. Zum Frühstück bestelle ich mir wieder die leckeren Pfannkuchen auf der Restaurant- Terrasse. Ich bin immer noch fasziniert von dem herrlichen Ausblick auf die Lagune. Bald wird unsere Reise zu Ende sein. Irgendwie möchte hier nicht mehr weg, freue mich aber auch schon wieder auf zu Hause.

Gegen Mittag, als die Ebbe ihren Tiefstand erreicht, mache ich noch mal einen Spaziergang Richtung Riff. Wieder einmal ein Unternehmen, wo große Aufmerksamkeit gefragt ist, um nicht auf einen der zahlreichen Seeigel zu treten, welche sich in den Seegrasfeldern verstecken.

Am Nachmittag müssen wir unsere Bambushütte für die letzte Nacht gegen ein Zimmer tauschen, das macht aber nichts, solange wir noch einen Tag hier verbringen dürfen...



Sonnenaufgang Riesen-Seestern Einbäume Sandstrand
Sonntag, 27.08.2006

Paje auf Sansibar - Stone Town


Ein letztes Mal genießen wir das Frühstück am Strand. Gegen 10:30 Uhr kommt ein Sammeltaxi, welches uns nach Stonetown bringt. Nach einer knappen Stunde Fahrzeit zurück durch die Palmenwälder gelangen wir in die Metropole Sansibars.

Offensichtlich, haben wir auf der Hinfahrt nach Paje einiges übersehen, oder nehmen es nach einer Woche Postkartenkulisse anders wahr. Überall auf der Insel sieht man zwischen den Siedlungen wilde Müllkippen und armselige Hütten. Nicht überall auf der Insel bekommen die Menschen etwas vom Tourismus-Kuchen ab. Das Hotel, welches wir uns ausgesucht haben, liegt einen Steinwurf vom Hafen entfernt und hat noch ein Zimmer mit Balkon für uns frei. Für fünfzehn Dollar pro Nase die teuerste Unterkunft auf unserem Low-Budget-Trip.

Zunächst organisieren wir uns am Ticketschalter im Hafen Plätze auf der Frühfähre zurück ans Festland. Auf der Suche nach einer Mahlzeit landen wir direkt im ersten Restaurant auf unserem Weg in die Altstadt, dem "Mercury´s" - benannt nach dem Queen-Sänger Freddie Mercury, der hier auf Sansibar geboren wurde. Nun ja, der auf einem Hinweisschild am Eingang versprochene Meerblick erweist sich dann allerdings mehr als Ausblick auf eine Baustelle im Hafenbecken. Das ist aber nicht tragisch, denn das Essen ist lecker.

Anschließend schlendern wir noch durch die Gegend und beschließen, den Sonnenuntergang bei einem Cocktail auf der Terrasse des Africa House Hotel zu genießen, wie es im Reiseführer als Muss angepriesen wird. Rechtzeitig kommen lohnt sich, denn die Terrasse füllt sich innerhalb einer Stunde und ist zum bersten voll. Der Tipp steht wohl nicht nur in unserem Reiseführer. Genau so schön wäre aber der Abend aber auch unten am Strand gewesen.

Nach Sonnenuntergang machen wir uns dann auf den Weg zurück zum Hotel. Morgen geht es wieder früh aus den Federn und es steht uns ein langer Reisetag bevor.



Türen in Stonetown Dhau Sonnenuntergang
Montag, 28.08.2006

Stone Town - Dar Es Salaam - Amsterdam - Düsseldorf


Da es in der nacht sehr stark geregnet hat und es auch morgens noch wolkenverhangen ist, macht es uns die Insel zum Glück nicht so schwer, sie wieder verlassen zu müssen.

Um halb sieben Uhr morgens verlassen wir das Hotel schwer beladen mit unseren Rucksäcken und gehen durch die schwülwarme Luft zum Hafen. Nach erledigung der Ausreiseformalitäten warten wir am Kai auf die Katamaranfähre "Seastar II". Diese Fahrt bei weitem nicht so schön wie die gemütliche Hinfahrt auf der "Seahorse", die eher den Charme eines Ausflugsdampfers hat. So müssen wir uns unter Deck in einen der Fahrgasträume in verschlissene Schalensitze, ähnlich denen im Flugzeug quetschen. Kurz nachdem wir das schützende Hafenbecken verlassen, fängt das Schiff an, stark zu schaukeln. Auf dem einzigen Gang zwischen den Sitzreihen ist ein Stewart die ganze Zeit damit beschäftigt Spucktüten zu verteilen.

Nach knapp zwei Stunden schaukelnder Fahrt über die Wellen des Indischen Ozeans kommen wir in Dar Es Salaam an. Wir gehen an Land. Da wir noch nichts gefrühstückt hatten, was wohl der Hauptgrund dafür war, dass wir keine Spucktüten brauchten, machen wir uns auf die Suche nach einem Laden namens "Salamander". Hier soll man gut frühstücken können. Wir finden den Laden zwar nach kurzer Suche. Das Ladenschild hängt noch über der Tür, aber hier gibt mittlerweile ganz andere Dinge zu kaufen. Unsere leeren Mägen drängen nach einer Alternative, die wir auch wenige Häuser weiter finden. Wir erstehen ein paar Sandwiches und Pommes. Das ist zwar nicht das Frühstücksbuffet, auf das wir uns gefreut hatten, aber wir sind erst mal satt.

Unser Bargeld in tansanischen Schilling geht langsam zur Neige und wird bestimmt nicht mehr für ein Taxi zum Flughafen reichen. Chris und ich wollen noch mal Geld wechseln und probieren es in der naheliegenden Postbank. Erstaunlicherweise scheinen die Mitarbeiter dort zum ersten Mal Geld wechseln. Euros werden nicht akzeptiert und das Vorhandensein dieser Währung ist wohl auch nicht bekannt. Nein, wenn überhaupt gehen nur US$. Selbst diese Scheine werden kritisch beäugt. Als man uns dann auch nur einen Kurs von 1000 Schilling geben will, verlangen wir unsere Dollars zurück, um unser Glück woanders zu probieren.

Als wir zurück am Restaurant sind, steigen wir in ein Taxi ein. Das wir kein Bargeld mehr haben, ist kein Problem meint der Fahrer. Auf dem Weg zum Flughafen hält er für uns an einer Wechselstube an. Hier bekommen wir einen Kurs von 1600 Schilling - na also!

Gegen Mittag kommen wir am Flughafen an, wo wir nun noch bis zum Abend die Zeit totschlagen müssen. Das schaffen wir am Besten mit Uno spielen und Kaffee trinken. Leider gibt es hier anders als erwartet keine solch vielfältigen Möglichkeiten, die Wartezeit zu verkürzen - lediglich ein Cafe-Restaurant.

Um 20:30 können wir endlich einchecken, die Rückreise kann beginnen. Im Flugzeug bekommen wir leider alle getrennte Sitzplätze zugewiesen, aber da es ein Nachtflug ist und wir ehe Ruhe haben wollen ist das kein Problem. Wir steigen in eine nagelneue Boing 777 der KLM ein. Das Entertainmentprogramm ist echt Klasse. Ebenso das Essen, das vergehen die acht Stunden nach Amsterdam wie im Flug.

In Amsterdam angekommen erwartet uns ähnliches Wetter wie beim Abflug in Dar Es Salaam, mit dem Unterschied, dass es hier 20° kälter ist... Wir können direkt umsteigen und treten die letzte Etappe unserer Afrikareise in einer schaukelndem kleinen Propellermaschine nach Düsseldorf an. Hier werden wir bereits von Hanna und Andi erwartet - unsere abenteuerliche und unvergessliche Reise durch Afrika endet hier.



Stonetown herrlicher Ausblick Forodhani Gardens Hunger?
Flugroute der Rückreise
Infos Transport und Unterkunft

Name Adresse Kontakt
Malawi Lake Services PO Box 15
Monkey Bay, Malawi
Tel.:00265 587 311
Ilala Fahrplan
TANZANIA ZAMBIA RAILWAYS AUTHORITY P.O. BOX 2834
Dar Es Salaam, Tansania
Tel.:00255 22 26-2191
http://www.tazara.co.tz/
Sansibar Fähre "Flying Horse" PO BOX 775
Dar Es Salaam, Tansania
Tel.: 00255 2124507
Sansibar Fähre "Sea Star" PO BOX 5804
Dar Es Salaam, Tansania
Tel.: 00255 0742789303
Scandinavian Express Service Ltd. (Bus)
Dar Es Salaam, Tansania
Tel.: 00255 0222184833
www.scandinaviagroup.com
Korea Garden Lodge PO Box 2181
Tsiranana Road, Lilongwe
Tel.:00265 1753467
www.kglodge.net
Land And Lake Safaries P.O. Box 2140
Lilongwe
Tel.:00265 1757120
www.landlake.net
Kiboko Camp Private Bag 295
Livingstone road 3/036, Lilongwe
Tel.:00265 1754978
www.kiboko-safaris.com
Carolina Lakeside Salima
Senga Bay
Tel.:00265 1352342 / 00265 9302893
Njaya Lodge PO Box 223
Chikale Beach, Nkhata Bay
Tel.:00265 1352342 / 00265 9302893
www.njayalodge.com
Kinazi Upepo PO Box 450
Paje Beach, Zanzibar
Tel.:00255 777497495
www.kinaziupepo.com