Portugal - Algarve

Reisebericht:

Ende 2005 im tiefsten Winter wurde das Verlangen nach Strand und Wellen mal wieder übermächtig. Leider ging Daniels Probezeit noch bis Ende Februar. Das heißt natürlich Urlaubssperre. Wohin es gehen sollte stand dann auch relativ schnell fest: nach Portugal an die südwestliche Algarve.
Also wurde nach günstigen Flügen im Netz gestöbert, dabei haben wir festgestellt, dass man wohl nicht mehr für knapp über 100 Euro runterfliegen konnte. Die beste Verbindung bot uns dann Air Berlin. Los gehen sollte es dann frühmorgens am 01. März. Es war Aschermittwoch, eiskaltes Wetter empfing mich, als ich aus der Haustür kam. Ab zum Bahnhof und Richtung Düsseldorf! Nachdem ich mich mit dem Surfboard einen Platz im Zug hatte ging es endlich Richtung Flughafen. Als ich dann dort ausstieg, stand ich erst mal bis zu den Knöcheln im Schnee - egal, denn in etwa vier Stunden erwartete mich ja der Frühling. Dann ab zum Terminal. Leider war mal wieder der Skytrain außer Betrieb daher musste ich mit dem Shuttlebus fahren. Gar nicht so einfach mit Rucksack, Tasche und Boardbag. Hoffentlich hat Daniel es rechtzeitig aus Köln geschafft, sonst haben gleich ein Problem. Nicht das er irgendwo im Karneval untergegangen ist...

Im Terminal habe ich dann erst mal nach einer Partyleiche im Panzerknackerkostüm Ausschau gehalten, wurde aber nicht fündig. Meine Befürchtung schien sich zu bewahrheiten, daher probierte ich ihn direkt auf dem Handy zu erreichen - und tatsächlich: auf einmal sah ich ihn keine 20 Meter auf einer Sitzbank winken. Kein Kostüm, keine Partyleiche. Frisch ausgeschlafen, denn er war schon seit zwei Uhr auf dem Flughafen und hat auf den Sitzbänken genächtigt. Na super, denke ich - diese unbequemen Betten kenne ich noch vom Trip nach Dahab, als Peter und ich auf den ersten Flug morgens gewartet hatten. Dann haben wir als erstes die Boards in einer Tasche verstaut um mal locker 50 Euro Frachtgebühren zu sparen. Nachdem wir eingecheckt hatten und endlich im Flieger saßen, machte uns der Winter erst mal noch einen Strich durch die Rechnung. Da hieß es erst mal Flugzeug vom Schnee befreien, bevor wir abheben durften. Der Frühling wurde um zwei Stunden verschoben.

Dann war es endlich soweit, Faro empfing uns mittags mit 18C und strahlend blauem Himmel. Auf geht's, schnell den Mietwagen abholen und ab Richtung Sagres. Mit schnell mal eben war diese Aktion auch nicht getan. Daniel hatte seinen Führerschein vergessen. Glücklicherweise hatte ich meinen dabei, sonst hätten wir original zu Fuß gehen können. O.K., ich war dann also Chauffeur die nächsten Tage. Jetzt aber los. Die Autobahn Richtung Westen war nagelneu und 100% baustellenfrei, so was gibt's in Deutschland kaum noch. So waren wir in knapp zwei Stunden in Sagres. Erste Anlaufstelle für eine Unterkunft waren die bewährten Zimmer, wo Daniel vor zwei Jahren schon mal war. Mit minimalen Portugiesischkenntnissen haben wir den Preis verhandelt und erst mal die Sachen verstaut. Als erstes wollten wir sehen wo es Wellen gibt und einfach nur am Strand sitzen, chillen und den Winter vergessen. In Mareta, am Hausstrand von Sagres, lief es gut. Abends sind wir noch nach Amado in der Nähe von Carrapateira gedüst. Nach dem Abendessen sind wir dann früh ins Bett.

Nachts wurde es aber auch hier noch empfindlich kalt - dafür konnten wir morgens auf der Dachterrasse gemütlich in der Sonne sitzen und frühstücken, während daheim sicherlich die Heizung gerade noch eine Stufe höher gedreht wurde. Dann sind wir wieder nach Amado gefahren. Eine sehr schöne Stecke durch die Hügel zwischen Kiefern und Eukalyptuswäldern hindurch führt dorthin. Leider wird es nur eine kurze Surfsession. Ein brutale Strömung zwischen Sandbank und Ufer macht es da nicht gerade zum Vergnügen. Am nächsten Tag ist nicht mehr viel mit Wellen, so fahren wir an der Westküste die kleinen Schotterpisten entlang und genießen die Atemberaubende Küste mit ihren Steilküsten. Dabei entdecken wir nach einigen abenteuerlichen Fahrten noch ein paar verlassene Strände.

Am 04. März haben wir uns entschlossen, Lagos zu erkunden und ein Internetcafe zu finden, um die Prognosen für die nächsten Tage zu erfahren. Leider werden wir durch sintflutartige Regenschauer durchnässt. Nachdem der Regen etwas nachgelassen hat, machen wir uns auf dem Rückweg. Anstelle den schnellsten Weg zu wählen, führt uns der Weg über Ministrassen von Dorf zu Dorf an der Südküste. So kommen wir durch Luz, Burgau, Salema und Figueras. Alles kleine Fischerdörfer, die noch recht ursprünglich wirken, da hier keinerlei Bettenburgen die Landschaft verschandeln. Am nächsten Tag läuft Mareta wieder super. Daniel erwischt ein paar gute Wellen.

Ab jetzt sollten die Wellen bleiben. Tags drauf ist es in Tonel riesig, nach einem Tipp aus dem Surfshop soll es an solchen Tagen ganz entspannt in Beliche laufen. Also auf nach Beliche. Der Strand liegt auf halben Weg von Sagres in Richtung Cabo Sao Vincente. Parken können wir oben an der Klippe. Dann beginnt der Abstieg zum Strand über eine steile und teilweise sehr enge Treppe fast vierzig Meter hinab. Was uns hier dann erwartet, würde ich schon als Traumstrand bezeichnen: eine windgeschützte Bucht mit flach abfallendem Sandstrand, spektakuläre Klippen, Höhlen und sauber laufende kraftvolle Wellen. Leider brechen sie zum Schluss closeout.
Daniel ist in seinem Element. Ich habe auch gute Bedingungen zum üben, schaffe es aber mal wieder eine Finne zu schrotten. Das Wasser hat etwa 15C, dennoch habe ich bald einen tauben Zeh. Doch der ist relativ schnell in der Sonne wieder aufgetaut. Es ist herrlich hier. Allerdings bleibe ich für meinen Teil dem Windsurfen treu! Abends sitzen wir noch in unserer kleinen Küche und lassen das erlebte noch mal bei einem gekühlten Sagres- Bier Revue passieren und fallen dann erschöpft ins Bett.

Am 06. März machen wir uns noch mal auf in Richtung Norden nach Arrifana. Die Bucht bietet super Bedingungen, entsprechend viel ist hier auch los. Die kleine Straße, die in Serpentinen zum Strand hinabführt ist komplett zugeparkt. Wir finden noch eine Lücke und quetschen den Polo zwischen zwei Autos. Daniel geht raus, ich finde ein nettes Plätzchen unter einer Palme und beschränke mich aufs fotografieren.

Die letzten Tage sind wir dann wieder in Beliche zu finden. Auf einmal heißt es dann wieder Abschied nehmen von Sagres. Schnell noch den Mietwagen vom gröbsten Dreck befreit (er hat auf unseren Touren über die Schotterpisten durch riesige Pfützen echt eine Menge abbekommen).
Dann sitzen wir auch schon wieder im Flieger auf dem Rückweg. Diesmal geht es über Malle zurück. Hier trennen sich dann unsere Wege. Daniel nimmt den nächsten Flieger nach Hamburg, ich muss wieder nach Düsseldorf. Da wir auch hier etwas verspätet landen, ist das umsteigen ein wenig stressig. Dann ist aber auf einmal wieder ein Menge Zeit: eine Maschine muss wegen eines Defekts am Boden bleiben, unser Flieger soll einen Teil der Passagiere mitnehmen. So warte ich auch hier über eine Stunde, bis es weitergeht. Dann geht es endlich los.

Nach zwei Stunden setzt der Pilot zur Landung an. Es geht durch dichte Regenwolken hinab. Nach der Landung könnte man meinen, es wäre bereits Nacht. Überall dunkel verhangene Wolken, kalter Regen weht ins Gesicht. So mache ich mich auf zum Bahnsteig, um den Zug nach Hause zu nehmen. Vom Bahnsteig gegenüber grinst mich von Jack Johnson von einem Plakat an: "Welcome to Paradise", und weist auf das neu erscheinende Album hin. Welch eine Ironie - da ich komme doch gerade her...
Reiseinfos

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Air Berlin Tel.:01805 737 800
www.airberlin.com
Deutsches Konsulat Tel.:00351 289 802 842
Urbanizacao Infante D. Henrique, LT11, R/CD
Tourist-Info Sagres Tel.:00351 282 624 873
R. Comandante Matoso
Tourist-Info Allgemein Tel.: 800 296 296
Klima

J F M A M J J A S O N D
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Sonnenschein in Std./Tag: 5 6 7 9 10 12 12 11 9 7 6 5
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Spaßwind in % Tage
über 4 Beaufort:
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Unterkunft
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Sagres - CASA ROCHA AV. Infante D. Henrique
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